Internationaler Tag des Fisches: Naturschutz darf nicht an der Wasseroberfläche enden



Internationaler Tag des Fisches: Naturschutz darf nicht an der Wasseroberfläche enden
Landesfischereiverband Steiermark lud zum Informations-
und Netzwerktreffen nach Mixnitz – dringender Handlungsbedarf für unsere
Gewässer
Anlässlich des Internationalen Tages des Fisches lud der Landesfischereiverband Steiermark am 20. August zu einem international besetzten Informations- und Netzwerktreffen nach Mixnitz. Im Mittelpunkt standen die aktuelle Situation unserer Gewässer, die zunehmenden Belastungen für Fische und andere Wasserlebewesen sowie die Frage, welche konkreten Maßnahmen notwendig sind, um die heimische Biodiversität langfristig zu erhalten.
Die Fischer halten das Ökosystem Gewässer aufrecht
Fischereiberechtigte und Fischer übernehmen eine wichtige Verantwortung für ihre Gewässer. Durch Bewirtschaftung, Monitoring, Gewässerpflege und die laufende Beobachtung der Fischbestände leisten sie einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der aquatischen Ökosysteme.
„Naturschutz darf nicht an der Wasseroberfläche enden!“, betonte LFV-Obmann Maximilian Scharzenberger im Rahmen des Treffens. Die Fischer wollen angesichts der Entwicklungen in unseren Gewässern nicht stumm bleiben, sondern ihre Stimme für die Fische und deren Lebensräume erheben.
Denn die Herausforderungen sind vielfältig: Die Hitzeperioden der vergangenen Wochen und die damit verbundenen hohen Wassertemperaturen und niedrigen Wasserstände sind nur ein Teil einer umfassenderen Problemstellung. Neben Prädatoren wie Kormoran, Gänsesäger, Fischreiher und Fischotter setzen auch Verschmutzungen und die zunehmende Nutzung der Gewässer durch unterschiedliche Freizeitaktivitäten heimische Fischarten wie Äsche, Bachforelle und Huchen unter Druck.
Dringender Handlungsbedarf bei Wasserkraft und Prädatoren
Besonders kritisch sieht der Landesfischereiverband die zunehmenden Belastungen unserer Gewässer durch Eingriffe in die Gewässerökologie. Aus Sicht des Verbandes braucht es insbesondere bei den Themen Wasserkraft und Prädatoren konkrete und rasche Lösungen.
Mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) wurden aus Sicht des Landesfischereiverbandes zusätzliche Belastungen für viele heimische Fischarten geschaffen. Der Schutz unserer Gewässer und die Nutzung der Wasserkraft müssen daher stärker zusammengedacht und ökologisch verträglich gestaltet werden.
Auch beim Prädatorenmanagement sieht der Landesfischereiverband dringenden Handlungsbedarf. Die bestehenden Herausforderungen müssen aus Sicht des Verbandes ganzheitlich betrachtet und das Prädatorenmanagement konsequent zu Ende gedacht werden.
Naturschutz muss unter der Wasseroberfläche stattfinden
Ein zentraler Punkt der Diskussion war auch der Umgang mit dem Naturschutz. Der Landesfischereiverband spricht sich klar für den Schutz der Artenvielfalt aus – sieht jedoch die Notwendigkeit, den Blick auf das gesamte Ökosystem zu richten.
Der bisherige Zugang, eine geschützte Art gegenüber anderen Arten und den Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem grundsätzlich vorrangig zu behandeln, müsse aus Sicht des Verbandes ein Ende haben. Biodiversität kann nur erhalten werden, wenn das gesamte ökologische Gleichgewicht berücksichtigt wird.
Gleichzeitig bleiben, insbesondere bei der Umsetzung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie und des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans, zahlreiche Aufgaben und Ziele offen. Hier sieht der Landesfischereiverband weiterhin erheblichen Handlungsbedarf.
Fischereigesetznovelle als vielversprechender Anfang
Positiv bewertet der Landesfischereiverband die Fischereigesetznovelle des Landes Steiermark. Sie stellt aus Sicht des Verbandes einen wichtigen und vielversprechenden ersten Schritt dar.
Besonderer Dank gilt dabei der zuständigen Landesrätin Simone Schmiedtbauer, die sich gemeinsam mit dem Landesfischereiverband für den Schutz und den Erhalt intakter steirischer Gewässer einsetzt. Der Landesfischereiverband sieht in der guten Zusammenarbeit einen wichtigen Beitrag, um die Anliegen der Fischerei und die Bedeutung gesunder Gewässer stärker in den politischen Fokus zu rücken.
Goldene Ehrennadel für langjährige Verdienste
Ein besonderer Höhepunkt des Treffens war die Ehrung von drei langjährigen Vorstandsmitgliedern des Landesfischereiverbandes Steiermark mit der Goldenen Ehrennadel des Landesfischereiverbandes.
Mit dieser Auszeichnung würdigte der Verband den langjährigen persönlichen Einsatz und das Engagement der Geehrten für die steirische Fischerei und den Landesfischereiverband.
Zwei der ausgezeichneten Vorstandsmitglieder konnten bei der Veranstaltung leider nicht persönlich anwesend sein. Die Ehrung wurde dennoch im Rahmen des Treffens ausgesprochen und soll den langjährigen Einsatz aller drei Geehrten entsprechend würdigen.
PETRI PRÄMIUM ab 2027
Im Rahmen des Treffens wurde außerdem ein Ausblick auf den neu ausgeschriebenen Preis des Landesfischereiverbandes, den PETRI PRÄMIUM, gegeben. Ab 2027 sollen damit nachhaltige Projekte zum Schutz des Fisches und seiner Lebensräume ausgezeichnet werden.
Der Landesfischereiverband möchte damit nicht nur auf bestehende Probleme aufmerksam machen, sondern auch jene Projekte und Menschen vor den Vorhang holen, die sich aktiv für die Zukunft unserer Gewässer einsetzen.
Der Internationale Tag des Fisches war für den Landesfischereiverband damit vor allem eines: ein Anlass, die Bedeutung unserer Gewässer sichtbar zu machen, bestehende Herausforderungen klar anzusprechen und gleichzeitig gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Denn eines steht für den Landesfischereiverband fest: Der Schutz unserer Gewässer darf nicht an der Wasseroberfläche enden.
Natur erleben. nützen. schützen.
